von Josefine Weiss

Ein berührender Roman, bei dem eine Liebesgeschichte im Vordergrund zu stehen scheint, aber viel mehr zu bieten hat und zum Nachdenken anregt.

Die Geschichte beginnt mit einem Einblick in die Vergangenheit, die bereits viel über Jule und ihre Entwicklung bzw. Prägung als Kind zeigt. Dadurch lassen sich viele Handlungen besser nachvollziehen, allerdings hätte ich mir früher in der Geschichte klare Worte dazu gewünscht, warum Jules Vater den Hof alleine bewirtschaftet und wie Jule nunmehr darauf kommt, was der wahre Grund für den Streit ihrer Eltern war.

Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven erhält der Leser einen Einblick in Jule und in Lukas und auch einen Blick auf die beiden von außen, was ich sehr schön finde. Hierdurch erhalten die beiden Charaktere mehr Tiefe, man erhält aber auch die Möglichkeit, die Unterschiede zu sehen zwischen dem was in einer Person vorgeht und wie sie nach außen hin wirkt.

Während der Geschichte kann man zwischen himmelhochjauchzend und tieftraurig wechseln sowohl bei den Gefühlen von Jule, als auch bei den eigenen. Die Autorin nimmt einen mit auf diese Gefühlsachterbahn und man kann sich so gut hineinfühlen.

Leider sind ein paar Logikfehler in der Geschichte, die mich aus der Geschichte herausgerissen haben und so das Gefühl, ganz in die Welt von Jule und dem Hof Sommerfeld abzutauchen, unterbrochen haben.

Dennoch ein schöner und sehr tiefsinniger Roman, den es zu lesen lohnt.


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