von Stefanie Urbach

Etwas drüber, aber dadurch einfach nur urkomisch und unvorhersehbar

Erst hielt ich Magnus für einen arroganten, frauenverachtenden Schnösel, doch mit jedem Kapitel und jeder Aktion von Wanda, bekomme ich mehr Mitleid mit ihm. Aber lachen musste ich trotzdem.

Der Autorin gelingt es durch die völlige Überspitzung des Feminismus und Sexismus eine unterhaltsame Geschichte zu gestalten, die zum Nachdenken anregt, gerade, weil sie nicht belehrt, sondern so übertrieben ist, dass man denk, dass könne einfach nicht richtig sein. Natürlich muss man sich darauf einlassen und auch mal selber nachdenken, statt nur zusagen: Total übertrieben.

Natürlich ist es hin und wieder übertrieben, aber genau das macht es in meinen Augen aus und verliert so das Oberlehrerhafte. Hier kann man selbst entscheiden, was einem schon zu viel ist und wo man selbst die Grenze zieht. Aber man bekommt auch vor Augen geführt, wohin es führen kann, wenn man alles auf die Spitze treibt.

Während Wanda alles tut, um starke Männer aus ihrem Leben herauszuhalten, kümmert sie sich rührend um ihren Vater und ihren Bruder. Diese Seite der Geschichte, finde ich wirklich klasse dargestellt. Es zeigt auch, wie psychische Krankheiten von Kindern wahrgenommen werden, wie wichtig frühzeitige Erkennung ist und, dass den Kopf in den Sand stecken keine Option sein kann.

Durch den Humor und den Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen und war am Ende etwas überrascht, wie schnell ich schon durch war. Vielleicht gibt es ja einen zweiten Teil!

Die ganze Zeit habe ich überlegt, ob es am Ende ein Happy End geben soll oder nicht, denn einerseits wünscht man es beiden, andererseits frage ich mich, ob die beiden miteinander glücklich werden.


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